Die persönliche Zeiterfassung ist gerade bei umfangreichen Softwareprojekten unerlässlich. Doch wie dokumentiere ich den Fortschritt einer Entwicklung minutengenau?

Die Fertigstellung eines Softwareprojekts besteht zu einem Großteil der eingesetzten Zeit aus Spezifikation, Dokumentation und Kommunikation. Die eigentliche Programmierarbeit ist lediglich ein Teilbereich der zu erledigenden Gesamtaufgabe. Während der Einsatz eines Repositories zumindest einen Teil der Entwicklungsarbeit dokumentiert, gehen Arbeiten an Planung und Pflege oft im Tagesgeschäft unter. Nicht jeder technische Leiter einer Entwicklungsabteilung legt übertriebenen Wert auf Dokumentation und Verwaltungsarbeiten. Der Programmierfortschritt und die zeitnahe Umsetzung der Programmmodule und Schnittstellen stehen immer noch im Vordergrund.

Eine ungenaue oder fehlerhafte Dokumentation der Teilschritte spielt in der Anfangsphase zunächst kaum eine Rolle. Erst in späteren Phasen der Entwicklung oder bei geplanten Modulerweiterungen zeigt es sich, dass eine genaue Zeiterfassung der Entwicklungsschritte Gold wert ist.

Darüberhinaus erhält man nach einer Weile überaus nützliche statistische Daten über die tatsächlich geleistete produktive Arbeit. Entwickler können durch eine Zeiterfassung auch dokumentieren, wie viel Zeit für Support oder Verwaltungstätigkeiten verloren geht, die besser von anderen Mitarbeitern übernommen werden sollten. Zudem kann eine abschliessende statistische Analyse Hinweise geben, wie sich erfolgreiche Softwareprojekte bereits in ihrer Entwicklungsphase von weniger erfolgreichen unterschieden haben.

Auch wenn nicht von jedem Mitarbeiter in einem Unternehmen verlangt werden kann, seine Tätigkeiten minutengenau software-gestützt aufzuzeichnen, stichprobenartig wäre es lediglich eine Umgewöhnung. Vielleicht ist es nicht zuviel verlangt, wenn ein Mitarbeiter bei einem eingehenden Telefonat kurz per Mausklick die Gesprächszeiten erfasst, evtl. sogar mit einem kurzen Kommentar, um welches Thema es sich gehandelt hat.

Selbst exemplarische Daten der Zeitaufschreibung liefern wertvolle Hinweise, wie die Tätigkeiten im Tagesgeschäft individuell optimiert werden können. Zudem läuft man bei Nutzung einer Zeitaufschreibung nicht mehr Gefahr, den Überblick über die einzelnen Arbeitsschritte zu verlieren. Spätestens jetzt machen sich die Daten bezahlt: bei der Planung und Durchführung des nächsten Projekts.

Wir sind davon überzeugt: eine angewandte Zeitaufschreibung ist (noch) ein Geheimtipp für eine erhebliche Steigerung der Gesamtproduktivität.